Filterprogramme und Kontakt zu den Providern

2.2.2.3 Filterprogramme

Damit Jugendliche gar nicht erst in den negativen Einfluss rechtsradikaler Propaganda geraten, müssen entsprechende Inhalte soweit wie möglich entfernt oder außer Reichweite von Jugendlichen gebracht werden. Eine Möglichkeit besteht im Einsatz von Filterprogrammen. Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass solche Programme nicht wirksam genug arbeiten. Und selbst, falls solche Programme ausreichend funktionieren würden, haben Jugendliche meist die nötigen Kenntnisse, um diese auszuschalten oder sie weichen auf „ungeschützte” Rechner (z.B. im Internet-Café) aus. Ganz abgesehen davon stellt sich die Frage

ob man eine derartige Maßnahme, bei der ohne Zweifel auch unkritische Inhalte herausgefiltert werden, mit dem Recht auf freien Zugang zu Informationen vereinbaren kann.

2.2.2.4 Kontakt zu den Providern

Wesentlich wirksamer ist es, Anbieter von Speicherplatz im Internet (sog. Webhoster ) auf jugendgefährdende Online-Angebote aufmerksam zu machen und auf deren Schließung zu drängen. jugendschutz.net übernimmt u.a. diese Aufgabe und hatte dabei bisher in 93% der Fälle Erfolg. Selbst im Ausland, wo die Rechte hiesiger Initiativen stark beschränkt sind, wurden 82% der Seiten gelöscht.

Als besonders effektiv erwies sich auch ein Antrag auf Aufnahme in den Index jugendgefährdender Medien bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM). Im Falle einer Indexierung sind Suchmaschinenbetreiber nämlich dazu gezwungen, entsprechende Einträge aus ihren Suchergebnissen zu entfernen, was eine Verbreitung erheblich erschwert.

Letztendlich gilt es jedoch, Jugendliche zu sensibilisieren und rechte Propaganda somit unattraktiv und unwirksam zu machen.

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