Über rechtsklick.org
Hintergrund
Diese Seite wurde von Constantin Kraft ins Leben gerufen, um über die Gefahren von Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus im Internet zu informieren.
Anlass für die Gründung der Site war meine Jahresarbeit (schulische Projektarbeit in der 11. und 12. Klasse). Da ein praktischer Teil gefordert wurde und ich mich schon seit längerer Zeit für die technische Seite des WWW interessiere, war die Entscheidung schnell gefallen.
Seit dem 18. Januar 2009 läuft rechtsklick.org mit Wordpress und dem Wordpress-Theme simpleX. Gründe für den Umstieg waren die einfachere Bedienbarkeit, einfachere Verwaltungsmöglichkeiten und eine größere Funktionsvielfalt, als sie die ursprüngliche Website zu bieten hatte. Zwar wäre eine Implementierung solcher Funktionen auch mit der alten Website möglich gewesen, hätten jedoch viel Zeit in Anspruch genommen, die ich leider nicht habe. Ein weiterer Grund war schließlich, dass mir das Design, das ich im Rahmen der Jahresarbeit erstellt hatte, im Nachhinein nicht mehr so passend erschien und ich nach einem simplen Design suchte, bei dem die Lesbarkeit im Vordergrund steht.
Zum Thema
(Fazit der Jahresarbeit)
Rechtsradikale Gruppen in Deutschland und auf der ganzen Welt haben das Internet längst als günstige Plattform entdeckt, um Propaganda in vielen Formen an den Mann zu bringen. In Deutschland hat der Rechtsradikalismus im Internet mit dem Auftauchen regionaler Neo-Nazi-Kameradschaften eine neue Dimension angenommen. Im Jahr 2007 betrug die Zahl rechtsextremer Internetangebote 1635 und sie steigt weiter (Quelle: jugendschutz.net). Gruppen, welche sich im Kern auf Carl Schmitt, einen der prägendsten und am aktivsten publizierenden Alt-Nazis der Nachkriegszeit, und dessen Theorie vom „Ethnopluralismus“ berufen, versuchen Jugendliche mit Gemeinschaftsunternehmungen und rebellischem Outfit zu locken. Da die rhetorisch geschickt verfassten Texte auf den meisten der Seiten strafrechtlich nicht verfolgt werden können, müssen andere Wege gefunden werden, um vor allem Jugendliche mit Hilfe demokratischer Mittel vor Agitation zu schützen. Während sich Filterprogramme dabei als unwirksam, da von Jugendlichen leicht zu umgehen, erwiesen haben, zeigten Hinweise von Seiten antirassistischer Projekte an die Provider mehr Erfolg. So entfernten z.B. 98% der von jugendschutz.net dazu aufgeforderten Provider rechtsextreme Inhalte. In sog. Social Communities, in denen Nutzer selbst Inhalte verfassen und verändern können und welche hauptsächlich von Jugendlichen genutzt werden, ist eine stärkere kontrollierende Präsenz der Betreiber notwendig. Denn auch hier verbreiten Neo-Nazis Hass-Botschafen. Um diese in der ständig wachsenden Masse an Informationen (und Nutzern) effektiv entfernen zu können, ist mehr technischer und personeller Aufwand notwendig. Ein weiterer notwendiger Schritt ist hier die Thematisierung von Rechtsextremismus und Diskriminierung bei Jugendlichen. Auch Communities wie SchülerVZ sollten rechtsextreme Inhalte auf der Seite nicht unter den Tisch kehren, sondern offen ansprechen, um die Jugendlichen von vornherein für rechte Propaganda zu sensibilisieren.
Meiner Meinung nach sollten auch Anti-Rassismus-Portale eine aktivere Rolle spielen, das heißt direkt Jugendliche im Internet ansprechen und einfach zu merkende Grundsätze im Umgang mit Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit wie z.B. Argumentationshilfen bereitstellen. Denkbar wäre auch ein Mitmach-Portal im Stil von Blogs oder Social-Communities, an deren Erstellung bzw. Verwaltung Jugendliche selbst beteiligt werden. Denn Jugendliche können sich untereinander oft besser unterhalten. Dazu wäre natürlich ein starkes Engagement notwendig.
Was die strafrechtliche Verfolgung der Urheber rechtsextremer Inhalte angeht, bleibt zu hoffen, dass Richter auch in Zukunft zu Gunsten des Ubiquitätsprinzips entscheiden. Denn das Internet an sich hat keine Geographie, es ist gewissermaßen ubiquitär und das gilt es bei der juristischen Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Es darf schlicht und einfach keine Rolle spielen, von wo aus Inhalte ins Web eingespeist werden.
Letztendlich bleibt noch die Verantwortung des einzelnen Surfers im WWW, verhetzende, diskriminierende und sonstige rechtswidrige Inhalte zu registrieren und eine entsprechende Meldestelle bzw. den Betreiber des Portals davon in Kenntnis zu setzen, was meist nur wenige Klicks erfordert. Doch diese Mühe sollte es einem wert sein, wenn man damit dem Hass im Netz etwas entgegensetzen und so auch andere schützen kann.
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